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EinleitungBearbeiten

Liberal, neoliberal, marxistisch, sozialistisch oder konservativ? Reichen diese - in der Regel sich gegenseitig ausschließenden - Kategorien aus, die doch so komplexen Wirtschaftsprozesse zu beschreiben?

Die Parteienlandschaften der Politik, gekoppelt mit dem allzu "menschlichen" (eigentlich tierischen) Hang, vor allem die eigenen Interessen vertreten zu wollen und zu "müssen", führen dazu, dass die eigentlichen Probleme nicht ernsthaft angepackt werden können.

Wir brauchen eine Kultur wieder zurück zu Kants [1] Kritik der reinen Vernunft, weg von jeglicher Emotionalisierung. Auch wenn es heutzutage zur Mode geworden ist, an die sogenannte emotionale Intelligenz zu glauben, so zweifle ich deutlich daran, dass damit die wirtschaftlichen Probleme unseres Landes lösbar werden.

Die Emotionalisierung erleben wir allein schon im Werbefernsehen (stellvertretend für alle anderen Medien): Es geht dort häufig (nur als Beispiel) um die Erzeugung von Angst (im weitesten Sinne). Nehme ich als wahllos ausgewähltes Exempel das in der Werbung vielfach gepriesene Actimel [2] von der Firma Danone. Das Werbefernsehen hat zumindest bei mir die "Angst" vor Erkältungen oder anderen Immunschwächen geschürt. Nur aus diesem Grunde kaufte ich mehrere Monate lang dieses verhältnismäßig teure Jogurt-Getränk. Ich gebe zu, es schmeckte nicht schlecht, aber den relativ hohen Preis nahm ich ausschließlich wegen der versprochenen Immunstärkung in Kauf.

Ich kann aber bis heute den versprochenen Effekt weder bestätigen noch verneinen; denn alles, was über Actimel im Werbefernsehen versprochen wurde, liegt - zumindest juristisch betrachtet - in einer Grauzone unterhalb der Nachweisgrenze. Somit kann ich mir jedenfalls nicht vorstellen, dass ich die versprochene Geld-Zurück-Garantie (wegen nicht eingetretener Immunstärkung) tatsächlich einlösen könnte; denn den Nachweis, dass Actimel bei mir nicht den gewünschten Effekt hervorrufen würde, kann ich wissenschaftlich begründet auf gar keinen Fall bringen.

Ich glaube: Niemand wird einen solchen Nachweis bringen können. Die Werbeformulierung war derart geschickt verfasst, dass die Gefahr größerer Regressansprüche von vornherein ausgeschlossen werden konnte (eben wegen der grundsätzlichen Nichtnachweisbarkeit der Unwirksamkeit). Außerdem führte das Versprechen "Geld-Zurück-Garantie" - zumindest bei mir - zu einer höheren Kaufwahrscheinlichkeit.

Um Missverständnisse von vornherein auszuschließen: Es geht mir hierbei nicht darum, die Firma Danone oder ihr Produkt Actimel in irgend einer Form anzuschwärzen. Ich werde sicherlich in Zukunft weiterhin Actimel kaufen, auch ohne immunstärkende Wirkung; denn es schmeckt schließlich ganz gut.

Ich möchte an diesem ziemlich anschaulichen Beispiel nur eines verdeutlichen: wie grundsätzlich unteroptimal in unserem Lande die Wirtschaft tatsächlich funktioniert.

Ich gehe einmal davon aus, dass die Firma Danone so kulant sein wird - falls Repräsentanten von ihr auf diesen Text hier stoßen werden, mich nicht mit irgendwelchen Verleundungsklagen und sonstigen juristischen Mitteln zur Kasse zur bitten, weil möglicherweise dieser Artikel dazu führen könnte, dass weniger Menschen von nun an Actimel kaufen.

Ich versichere: Es ist nicht meine Absicht, irgend einen wirtschaftlichen Schaden auszulösen, ich möchte ausschließlich meine Meinung kundzutun.

Sollte der von mir weder für möglich gehaltene noch erhoffte Fall eintreten, dass die Rechtsabteilung von Danone mich dennoch mit teuren Abmahnungen oder sonstigen Regressansprüchen zur Rechenschaft ziehen wird, so versichere ich, dass ich dann auf jeden Fall einen Offenbarungseid leisten müsste, also nicht zahlen könnte. Das einzige, womit man mir dann lediglich drohen könnte, wäre eine Gefängnisstrafe, weil juristische Experten den hiesigen Text möglicherweise doch zu einer Straftat hinbiegen könnten (vor allem dann, wenn ich mir als Angeklagter nicht einmal einen guten Anwalt leisten könnte, während die Gegenseite dann von der ganzen Rechtsabteilung eines großen Konzerns vertreten würde).

Ich bin trotzdem gespannt, wie die Reaktion sein wird. Am fairsten fände ich es allerdings, wenn von Danone überhaupt keine Reaktion (zumindest keine mich strafende Reaktion) kommen wird; denn mir geht es lediglich darum, ein allgemeines Defizit in unserem Wirtschaftssystem aufzudecken, und nicht darum, Danone anzuschwärzen.

Der Titel dieses Beitrages lautet Wirtschaft und Verantwortung. In die Verantwortung nehmen möchte ich allerdings nicht nur die Unternehmen und Hersteller von Produkten, sondern alle Beteiligten, das heißt somit auch die Verbraucher, also auch mich selbst:

Wenn man Verantwortung im Sinne von moralischer Verantwortung meint, so möchte ich an dieser Stelle zitieren, wozu Kant [3] im Prinzip jedes Mitglied unserer Gesellschaft aufforderte:

Handle stets so, dass die Grundlagen deiner Handlungen als Grundlage einer allgemeinen Gesetzgebung dienen könnten.

Wenn ich dies auf mich selbst übertrage, so habe ich selbst die moralische Pflicht, den (emotionalen) Inhalt des Werbefernsehens (rational) genau zu überprüfen, gegebenenfalls sogar auf den "Konsum" von Werbefernsehen gänzlich zu verzichten. Schließlich bin ich es ja selbst, der sich mehrfach dazu entschieden hatte, Actimel zu kaufen, also trage ich dazu auch die volle Verantwortung.

Anders ausgedrückt: Man stelle sich vor, das Werbeversprechen Geld-Zurück-Garantie bzw. Immunstärkung hätte beim Verbraucher keinen Kauf-steigernden Effekt mehr. Dies würde die Firma Danone früher oder später anhand von Marktanalysen sicherlich erkennen. Als Konsequenz würde sich dann ihre Werbestrategie ändern - zwangsläufig.

Dies ist nämlich die andere Seite der Medaille des freien Wirtschaftssystems. Wir als Verbraucher haben häufig einen nichtgeahnten Einfluss, indem wir den Kauf von bestimmten Gütern verweigern oder nicht.

Leider reagieren wir als Verbraucher häufig emotional (wie ich z.B. beim Kauf von Actimel). Wenn wir als Verbraucher mehr rationale Ansprüche durchsetzen wollen, müssen wir uns darauf verständigen, nur noch solche Produkte zu kaufen, für die rational geworben wird, weil sie uns rational einen Nutzen bringen.

Mit einer rationalen Werbung meine ich, dass dort Thesen vermittelt werden, welche - im Sinne Poppers [4] Anspruch an eine wissenschaftliche Theorie - überprüfbar und kaputt-testbar sind.

Natürlich würde nach einer derartigen Rationalisierung des Verbrauchers ein Großteil unserer Konsumindustrie möglicherweise (zumindst teilweise) lahmgelegt werden.

Aber auf diese Weise wären wir mächtiger als wir jetzt vielleicht glauben: Wir könnten einen starken Druck gegen die allgemeine Verblödung durch Werbefernsehen und andere Medien ausüben.

Soweit zur Verantwortung des Verbrauchers. Natürlich hat auch der Unternehmer beziehungsweise Hersteller eine große Verantwortung. Dieser wird er sich vielleicht dann bewusster, wenn er sich selbst vor Augen hält, dass er hinsichtlich der meisten Branchen ebenso nur den Verbraucherpart spielt.

Natürlich gibt es immer die sog. wirtschaftlichen Sachzwänge. Ich erwarte von niemanden, diese einfach von heute auf morgen komplett zu ignorieren. Ein wirtschaftliches Wettbewerbsystem kann sich nur langsam und allmählich verändern; dies geschieht aber nachhaltig, wenn jeder Beteiligte (Unternehmer, Verbraucher, Politiker, Wähler) zu jedem Zeitpunkt versucht, im Rahmen seiner Sachzwänge sich so weit wie möglich seiner moralischen Verantwortung bewusst zu werden.

Wenn wirklich alle mitmachen, werden sich die sog. Sachzwänge irgendwann von selbst in Luft aufgelöst haben. Jeder sei dazu aufgerufen, an der Kultur der moralischen Verantwortung in wirtschaftlichem Handeln mitzuwirken.

Wenn heutzutage z.B. jeder auf der Verbraucherseite die Nutzung der Kernenergie verweigern würde, so gäbe es automatisch keine Nachfrage mehr danach, und die entsprechenden Energieunternehmen würden von selbst ihre entsprechenden Reaktoren abschalten. Wenn allerdings nicht eine ausreichende Mehrheit der Bürger unseres Landes davon überzeugbar wären, die privaten Unannehmlichkeiten auch schon jetzt in Kauf zu nehmen, welche mit einer Verweigerung der Kernenergiergienutzung zusammenhängen (gegebenfalls dabei auch privat auf elektrischen Strom gänzlich zu verzichten), so würden die Reaktoren natürlich nicht abgeschaltet.

Aber dennoch könnte ein Rückgang der Nachfrage an Kernergie die entsprechenden Energieunternehmen zumindest dazu zwingen, noch mehr in die Sicherheit zu investieren (man kann nie genug in die Sicherheit investieren, aber heutzutage sind wegen der kostengünstigen Verfügbarkeit von Hochleistungsrechnern ganz andere Sicherheitstechniken möglich als z.B. vor 20 Jahren, die weder ausgenutzt noch entwickelt sind). Auch das Thema Kernenergie diene hier nur als Exempel für die vielfach noch ungenutzten Möglichkeiten dynamischerer wirtschaftlicher Beziehungen zwischen Verbrauchern und Herstellern.


Ich glaube, wenn wirklich jeder mitmacht, werden wir allmählich gemeinsam automatisch ein besseres Wirtschaftssystem entwickeln, welches irgendwann hoffentlich dass erfüllt, was die theoretische Volkswirtschaftslehre eigentlich schon immer versprochen hat:

optimale Befriedigung der Bedürfnisse von allen Mitgliedern einer Volkswirtschaft.

Auf die Frage, ob ich dieses oder ein anderes Wirtschaftssystem bevorzuge, kann ich nur eines antworten: Das Problem ist nicht das System, sondern das Problem sind wir Menschen in diesem System.

Jede Wirtschaftsreform, die von außen kommt, ist daher langfristig zum Scheitern verurteilt; d.h.: es werden immer wieder zukünftige Wirtschaftsreformen notwendig bleiben. Wir brauchen daher eine Wirtschaftsreform von innen: Wir Menschen selber müssen uns auf unserere Verantwortung besinnen.

Die Natur (wenn man religiös ist: der Liebe Gott oder wer auch immer) hat uns unseren Verstand geschenkt, womit wir uns vom Tierreich abgrenzen. Es wird höchste Zeit, dass wir anfangen, mehr aus diesem Verstand zu machen: und zwar hat jeder von uns hier die große Verantwortung, dass wir vom Tier endlich zum Menschen werden.

Ich glaube, nur mit Vernunft und Verstand, anstatt der leidlichen Spielchen "ich bin rot, du bist grün, er ist schwarz, sie ist gelb" werden wir die großen Probleme von Wirtschaft, Umwelt und Weltfrieden langfristig lösen können. Jeder sei dazu aufgerufen.

Ich denke diese Kampagnen-Wikia ist ein wunderbarer Anfang für diesen neuen Geist.

Kampagne Bearbeiten

Die hier vorgeschlagene Kampagne laute für jeden Bürger: Aufruf an jeden Bekannten eines Bekannten, der wiederum seinerseits Bekannte aufruft, und so weiter, ... dass sich: jeder einzelne für sein wirtschaftliches Handeln moralisch verantwortlich fühlt, und bedenkt, durch Verbreitung seiner Ansichten einen Schneeballeffekt auszulösen, welcher schließlich und letztendlich die gesamte Volkswirtschaft infiltrieren soll.

Die Botschaft hierbei soll lauten:

Nur das kaufen, was man wirklich braucht und moralisch vertreten kann.

Hierzu zählt z.B. aus der Sicht des Verbrauchers die Nutzung der Kernenegie, die weitere ungehemmte Verbrennung fossiler Brennstoffe, der Kauf von irgendwelchen Tropenhölzer-Möbel (wodurch aber der Regenwald weiter zerstört würde), und so fort.

Ich möchte hierbei nicht vorschreiben, welche Meinung man zu einem bestimmten Thema zu vertreten habe. Wenn jemand im Sinne von Kants oben zitiertem Satz (heißt übrigens auch Kategorischer Imperativ [5]) moralisch vertreten kann, die Kernenergie weiter zu nutzen, d.h. im Sinne von

"handle stets so, dass die Grundlagen deiner Handlungen als Grundlage einer allgemeinen Gesetzgebung dienen könnten",

so spricht nichts dagegen. Letzten Endes soll ja die Mehrheit des Volkes demokratisch entscheiden. Aber mit Entscheidung soll eine rationale und keine emotionale gemeint sein.

Bisher hat unsere Demokratie wegen der Emotionalisierung und "Verblödung" durch die Medien nicht richtig funktioniert.

Jeder einzelne muss seinen eigenen Verstand nutzen, wenn er eine demokratische Entscheidung trifft.

Dann sehe ich langfristig eine große Chance, dass z.B. die Diskussion um die Nutzung oder Nichtnutzung der Kernenergie eine konstruktive wird, und nicht eine -- wie bisher -- lediglich politisch polarisierende im Sinne von "rotgrün dagegen, schwarzgelb dafür".

Ähnlich lässt sich bei allen anderen Wirtschaftsgüten verfahren, dass sich der Endverbraucher seiner eigentlichen Macht bewusst werden sollte.

Pro Bearbeiten

Hier bitte Deine/Ihre Meinung/Argumente eintragen, wenn Du/Sie die Kampagne unterstützen möchtest/möchten.


Kontra Bearbeiten

Hier bitte Deine/Ihre Meinung/Argumente eintragen, wenn Du/Sie die Kampagne ablehnst/ablehnen.

Hier bitte Deine/Ihre Meinung/Argumente eintragen, wenn Du/Sie Dich/sich eine Ebene über den Dualismus Pro/Kontra stellen möchten, um sowohl Pro als auch Kontra kritisch zu beäugen.

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